Virginia Fonseca, Ana Castela, Juliana Paes und Nicole Kidman gehören zu den Prominenten, die zuletzt mit besonders muskulösen und definierten Armen Aufmerksamkeit erregten. Das Ergebnis ist in sozialen Netzwerken zu einer ästhetischen Referenz geworden und wirft die Frage auf, welche Faktoren das Erscheinungsbild dieser Körperregion tatsächlich bestimmen.
Neben dem Muskelaufbau beeinflussen individuelle Merkmale, das Älterwerden, die Fettverteilung und die Hautqualität unmittelbar die Kontur der Arme. Im Folgenden erläutern Fachleute das Thema genauer.
Muskeldefinition und Hauterschlaffung sind nicht dasselbe
Sichtbare Muskeln bedeuten nicht automatisch, dass die Haut vollständig straff ist. Auch bei gut ausgeprägter Muskulatur können die Arme unterschiedlich stark erschlaffte Haut aufweisen. Um das beobachtete Ergebnis richtig einzuordnen, ist daher auch eine Beurteilung des Hautbildes wichtig.
Laut dem Dermatologen Dr. Gustavo Saczk, Mitglied der Brasilianischen Gesellschaft für Dermatologie (SBD) und der Brasilianischen Gesellschaft für Dermatologische Chirurgie (SBCD), wirkt sich der Alterungsprozess direkt auf die Strukturen aus, welche die Haut stützen.
„Mit zunehmendem Alter verliert die Haut nach und nach Kollagen, Elastin und einen Teil ihrer Stützkraft. Das kann Hauterschlaffung begünstigen, selbst bei Menschen, die regelmässig Sport treiben. Bei einem definierten Arm kommt deshalb eine Kombination aus Muskulatur, Körperzusammensetzung und Gewebequalität zusammen. Eine Person kann gut entwickelte Muskeln haben und dennoch ein gewisses Mass an Hauterschlaffung aufweisen“, erklärt er.
Auch die Haut kann behandelt werden
Wenn sich die Hauptbeschwerde auf das Hautbild bezieht, kommen dermatologische Methoden infrage. Welche Behandlung empfohlen wird, richtet sich nach dem Grad der Hauterschlaffung, dem Alter, den Hauteigenschaften und den Erwartungen der jeweiligen Patientin oder des jeweiligen Patienten. Ziel ist es, die Gewebequalität zu verbessern, ohne diese Behandlungen mit Massnahmen für den Muskelaufbau zu verwechseln.
„Training wirkt vor allem auf die Muskulatur und die Körperzusammensetzung. Dermatologische Behandlungen können hingegen die Qualität und Festigkeit der Haut beeinflussen. Es handelt sich um unterschiedliche Ansätze, die sich in manchen Fällen ergänzen können. Kein ästhetischer Eingriff ersetzt körperliche Aktivität, wenn Muskelaufbau das Ziel ist“, erläutert der Arzt.
Biostimulatoren können die Pflege ergänzen
Sogenannte Kollagen-Biostimulatoren haben sich in ästhetischen Behandlungsplänen etabliert, weil sie auf die Gewebequalität einwirken. „Kollagen-Biostimulatoren für den Körper können wir etwa an der Innenseite der Oberarme einsetzen, insbesondere bei leichter bis moderater Hauterschlaffung. Diese Behandlungen regen die Kollagenproduktion an und können die Festigkeit sowie die Hautqualität verbessern. Die Indikation muss jedoch individuell erfolgen und hängt vom Grad der Hauterschlaffung und den Merkmalen jeder einzelnen Person ab“, so Dr. Gustavo Saczk.
Überschüssige Haut erfordert einen anderen Ansatz
Nicht jede Veränderung der Armkontur lässt sich ausschliesslich durch nachlassende Hautfestigkeit erklären. Menschen, die beispielsweise stark abgenommen haben, können einen deutlichen Hautüberschuss aufweisen. Zwar kann Muskeltraining das Gesamtbild verbessern, den Hautüberschuss aber nicht zwingend beseitigen.
Die plastische Chirurgin Dr. Alessandra Martinelli betont, dass die Ursachen vor der Wahl eines Eingriffs klar unterschieden werden müssen. „Wir müssen feststellen, was die Veränderung der Körperkontur tatsächlich verursacht. Bei einigen Patientinnen und Patienten kann die Kombination aus Fettreduktion und Muskelaufbau eine erhebliche Veränderung bewirken. Bei anderen besteht ein deutlicher Hautüberschuss, der weder durch Sport noch durch nicht operative Behandlungen allein beseitigt werden kann“, erklärt sie.
Der Körper von Prominenten sollte nicht als Massstab dienen
Der Look von Stars wie Virginia, Ana Castela, Juliana Paes und Nicole Kidman kann Menschen inspirieren, die sich ein definierteres Erscheinungsbild wünschen. Er sollte jedoch nicht zu einem allgemeinen Massstab werden. Jeder Körper reagiert anders auf Training und Behandlungen und bringt eigene Eigenschaften hinsichtlich Haut, Fettgewebe und Körperbau mit.
Nach Ansicht der plastischen Chirurgin sollte die Planung auf dem beruhen, was individuell erreichbar ist, statt den Körper einer anderen Person möglichst exakt nachbilden zu wollen. „Der Körper einer Berühmtheit sollte nicht als Massstab dafür dienen, welches Ergebnis als ideal gilt. Jeder Mensch hat einen anderen Körperbau, eine andere Hautqualität und eine andere Fettverteilung. Die medizinische Untersuchung dient genau dazu, zu verstehen, was sicher erreichbar ist und welche Behandlung für den jeweiligen Fall sinnvoll ist.“
Der Trend zu muskulösen Armen zeigt, wie sehr Körperdefinition in den von Prominenten geprägten Schönheitsidealen an Bedeutung gewonnen hat. Hinter einem scheinbar strafferen Arm kann jedoch ein Zusammenspiel aus Muskulatur, Körperfettanteil, Genetik, Alter und Hautqualität stehen. Bevor man deshalb das in sozialen Netzwerken gezeigte Ergebnis anstrebt, ist es entscheidend zu erkennen, welches Merkmal tatsächlich stört und welche Strategien für den jeweiligen Körper geeignet sein können.
Von Sarah Carvalho
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