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ION224: Neues Medikament gegen MASH zeigt vielversprechende Ergebnisse

Arzt erklärt Patientin am Tablet eine 3D-Darstellung der menschlichen Leber im Behandlungszimmer.

Eine stille Erkrankung, die Millionen Menschen weltweit betrifft, könnte bald gezielter behandelt werden. Forschende der University of California San Diego haben vielversprechende Ergebnisse mit dem experimentellen Medikament ION224 vorgestellt, das gegen die metabolisch assoziierte Steatohepatitis, kurz MASH, entwickelt wurde.

Diese Erkrankung ist eine schwere Form der Fettlebererkrankung und eng mit Adipositas, Typ-2-Diabetes sowie Stoffwechselstörungen verbunden. Problematisch ist ihr oft jahrelanger Verlauf ohne eindeutige Beschwerden, bevor sie zu Zirrhose, Leberversagen oder sogar Leberkrebs führen kann.

Wie das neue Medikament ION224 wirkt

ION224 greift unmittelbar in einen Mechanismus ein, der am Fettaufbau in der Leber beteiligt ist. Das Medikament hemmt das Enzym DGAT2, das die Leber bei der Bildung und Speicherung von Fett unterstützt.

Nach Angaben der Forschenden löst zu viel Fett in den Leberzellen über längere Zeit Entzündungen, Schädigungen und Vernarbungen aus. Indem die Behandlung diesen Vorgang an seinem Ursprung unterbricht, soll sie das weitere Fortschreiten der Krankheit verhindern.

Die Untersuchung erschien in der Fachzeitschrift The Lancet. Sie erregte Aufmerksamkeit, weil das Medikament nicht nur Symptome oder Gewichtsverlust adressiert, sondern direkt auf die Biologie der Erkrankung einwirkt.

Ermutigende Ergebnisse bei Patientinnen und Patienten

An der klinischen Phase-IIb-Studie nahmen in den Vereinigten Staaten 160 Erwachsene mit MASH und leichter bis mittelschwerer Leberfibrose teil.

Über 51 Wochen erhielten die Teilnehmenden monatliche Injektionen des Medikaments in unterschiedlichen Dosierungen oder ein Placebo. Bei den Personen mit den höchsten Dosen beobachteten die Wissenschaftler Ergebnisse, die sie als deutlich einstuften.

Bei rund 60% verbesserte sich der Zustand der Leber erheblich, darunter durch weniger Entzündung und Leberfibrose. Besonders bemerkenswert war, dass diese Vorteile auch ohne einen wesentlichen Gewichtsverlust eintraten.

Dies deutet darauf hin, dass das Medikament künftig mit Therapien gegen Adipositas und zur metabolischen Kontrolle kombiniert werden könnte, etwa mit Arzneimitteln aus der GLP-1-Klasse.

MASH: Die Krankheit, die viele unbemerkt haben

MASH gehört zu einer größeren Gruppe, die als metabolisch assoziierte steatotische Lebererkrankung bezeichnet wird. Parallel zur zunehmenden Zahl an Fällen von Adipositas und Diabetes wächst das Problem weltweit rasch.

Schätzungen zufolge könnte bis zu jede vierte erwachsene Person einen gewissen Grad einer Fettlebererkrankung haben.

Die größte Herausforderung besteht darin, dass die Erkrankung meist unbemerkt voranschreitet. Viele Betroffene erfahren erst davon, wenn ihre Leber bereits weitreichend geschädigt ist.

In schweren Fällen kann die Fibrose zu Zirrhose und Leberversagen fortschreiten, sodass eine Transplantation zu den wenigen verfügbaren Optionen zählt.

Warum die Forschenden optimistisch sind

Den Forschenden zufolge ist dies das erste Medikament dieser Art, das einen bedeutenden biologischen Einfluss auf die zentralen Mechanismen von MASH gezeigt hat.

Das Interesse an dem Enzym DGAT2 ist gestiegen, weil es unmittelbar an der Fettproduktion in der Leber beteiligt ist. Diese gilt heute als eine der Hauptursachen für Entzündungen und das Fortschreiten der Krankheit.

Zudem führte die experimentelle Behandlung nicht zu schweren Nebenwirkungen, die mit einem gefährlichen Anstieg der Triglyceride zusammenhängen. Ein solches Problem war bei anderen zuvor getesteten Medikamenten beobachtet worden.

Wie es jetzt weitergeht

Trotz der als vielversprechend bewerteten Ergebnisse muss ION224 vor einer möglichen Zulassung noch in größeren Studien untersucht werden.

Als nächster Schritt sind klinische Phase-III-Studien vorgesehen, in denen Sicherheit und Wirksamkeit des Medikaments bei einer höheren Zahl von Patientinnen und Patienten geprüft werden.

Sollten sich die Ergebnisse bestätigen, gehen Fachleute davon aus, dass die Behandlung die Bekämpfung der Fettlebererkrankung deutlich verändern könnte, bevor sie möglicherweise tödliche Stadien erreicht.

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