Zum Inhalt springen

Belastungskopfschmerzen beim Sport: Ursachen und Vorbeugung

Junge Frau mit Sportkleidung und Handtuch trinkt Wasser auf Laufbahn und fasst sich an die Stirn.

Kopfschmerzen während oder nach dem Sport können ausgesprochen frustrierend sein – besonders dann, wenn Sie ausreichend getrunken haben, um ihnen vorzubeugen.

Wodurch entstehen diese Kopfschmerzen? Und hat eine gute Flüssigkeitszufuhr tatsächlich einen Einfluss?

Was sind Belastungskopfschmerzen?

Belastungskopfschmerzen, auch als „Anstrengungskopfschmerzen“ bezeichnet, sind Kopfschmerzen, die während oder nach körperlicher Aktivität auftreten.

Der französische Arzt Jules Tinel beschrieb diese Kopfschmerzen 1932 erstmals in der medizinischen Fachliteratur. Seither werden sie regelmässig diskutiert.

Typischerweise äussern sich Belastungskopfschmerzen als pochender Schmerz auf beiden Seiten des Kopfes. Meist setzen sie nach intensiver sportlicher Betätigung ein – wobei sich die Bedeutung von „intensiv“ je nach Trainingszustand unterscheiden kann. Die Beschwerden können wenige Minuten, aber auch bis zu mehrere Tage anhalten.

Schätzungsweise sind etwa 12 % der Erwachsenen betroffen. Die Angaben einzelner Studien reichen jedoch von 1 % bis 26 %.

In den meisten Fällen sind diese Kopfschmerzen harmlos und verschwinden mit der Zeit von selbst. Einige Untersuchungen deuten darauf hin, dass sie nach einigen Monaten einer neuen Trainingsform nicht mehr auftreten.

Obwohl sie überwiegend ungefährlich sind, können sie gelegentlich auf eine zugrunde liegende Erkrankung hinweisen, die ärztlich abgeklärt werden muss.

Welche Ursachen haben Belastungskopfschmerzen?

Obwohl zu Anstrengungskopfschmerzen bereits zahlreiche Studien vorliegen, ist ihre genaue Ursache nicht bekannt. Es gibt jedoch eine plausible Erklärung dafür, weshalb sie auftreten.

Die führende Theorie geht davon aus, dass Veränderungen der Durchblutung des Gehirns verantwortlich sind. Bei sehr intensivem Training erweitern sich die Blutgefässe im Gehirn. Dadurch steigen Durchblutung und Druck, was Schmerzen auslösen kann.

Langfristiges Training verbessert die Herz-Kreislauf-Gesundheit und damit auch die Fähigkeit der Blutgefässe, sich zu erweitern und zusammenzuziehen. Das passt zu der Beobachtung, dass Belastungskopfschmerzen im Lauf der Zeit meist verschwinden. Möglicherweise erklärt dies auch, warum fittere Menschen laut Forschung seltener davon betroffen sind.

Menschen mit Migräne scheinen anfälliger für Belastungskopfschmerzen zu sein, die vermutlich über denselben Mechanismus entstehen.

Hitze und Dehydrierung bei Belastungskopfschmerzen

Es gibt Hinweise darauf, dass Belastungskopfschmerzen bei heissem Wetter häufiger auftreten.

Das Gehirn kann Wärme nicht wie der übrige Körper durch Schwitzen abgeben. Bei Hitze muss der Körper daher die Durchblutung des Gehirns erhöhen, um dessen Temperatur zu senken. Das kann den Druck steigern.

Ebenso scheinen Belastungskopfschmerzen bei dehydrierten Menschen häufiger und stärker aufzutreten.

Warum das so ist, ist allerdings nicht eindeutig geklärt. Einige Studien haben gezeigt, dass Flüssigkeitsmangel die Belastung während des Trainings erhöht.

Dehydrierung verursacht den Kopfschmerz daher möglicherweise nicht unmittelbar, könnte sein Auftreten aber wahrscheinlicher machen.

Warnzeichen: Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Die meisten Belastungskopfschmerzen klingen innerhalb einiger Stunden ab und haben keine bleibenden negativen Folgen.

In seltenen Fällen können sie jedoch auf ein ernsteres Problem im Gehirn hindeuten, etwa auf eine Subarachnoidalblutung (eine Blutung zwischen dem Gehirn und dem es umgebenden Gewebe), ein reversibles zerebrales Vasokonstriktionssyndrom (krampfartige Verengungen der Blutgefässe), eine Dissektion der Halsarterien (einen Einriss), intrakranielle Hypertonie (erhöhten Druck im Gehirn) oder eine Infektion.

Lassen Sie ärztlich abklären, ob eine ernste Ursache vorliegt, wenn:

  • es sich um Ihren ersten Belastungskopfschmerz handelt;
  • der Kopfschmerz stark und plötzlich einsetzt, was auch als „Donnerschlagkopfschmerz“ bezeichnet wird;
  • weitere Symptome wie Sehveränderungen, Verwirrtheit oder Schwächegefühle hinzukommen;
  • Sie zusammen mit den Kopfschmerzen einen steifen Nacken, Übelkeit oder Erbrechen haben;
  • die Beschwerden länger als 24 Stunden dauern und sich nicht zu bessern scheinen.

Lassen sich Belastungskopfschmerzen vorbeugen?

Eine sichere Methode, Belastungskopfschmerzen vollständig zu verhindern, gibt es nicht.

Eine aktuelle Übersichtsarbeit legt jedoch nahe, dass eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und ein schrittweises Aufwärmen bis zur gewünschten Trainingsintensität ihr Auftreten weniger wahrscheinlich machen können.

Ausserdem kann es sinnvoll sein, die Trainingsintensität für einige Monate im leichten bis moderaten Bereich zu halten.

So erhält das Herz-Kreislauf-System Zeit zur Anpassung, bevor Sie sich stärker belasten. Dadurch sinkt hoffentlich die Wahrscheinlichkeit, überhaupt Belastungskopfschmerzen zu bekommen.

Belastungskopfschmerzen sind lästig, aber in der Regel harmlos und sollten mit der Zeit von selbst nachlassen.

Hunter Bennett, Dozent für Sportwissenschaft, University of South Australia

Dieser Artikel wird unter einer Creative-Commons-Lizenz von The Conversation erneut veröffentlicht. Lesen Sie den Originalartikel.

Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!

Kommentar hinterlassen