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Mögliche Bewegung: 6 Tipps, um das Training an den Alltag anzupassen

Junger Mann macht zuhause Ausfallschritte vor Laptop mit Smartphone in der Hand in hellem Wohnzimmer.

Die Vorstellung, dass körperliche Aktivität nur durch lange und intensive Trainingseinheiten Wirkung zeigt, weicht zunehmend einem alltagstauglicheren Ansatz: der „möglichen Bewegung“. Statt dem perfekten Workout nachzujagen, geht es darum, Wege zu finden, aktiv zu bleiben, die zur eigenen Routine, zur verfügbaren Zeit und zu den individuellen Voraussetzungen passen.

Laut Rafael Uliani, Absolvent der Sportwissenschaften, ehemaliger Athlet und CPO von ZiYou, einem auf Leistungs- und Wellbeing-Technologien spezialisierten Unternehmen, werden die Vorteile körperlicher Aktivität immer stärker mit Regelmäßigkeit und Beständigkeit verbunden – und weniger ausschließlich mit Intensität und Leistung. „Das beste Training ist das, das tatsächlich stattfinden kann“, sagt er.

Konkret bedeutet das, Bewegung als etwas zu verstehen, das sich an die jeweilige Lebenssituation anpassen lässt, ohne die persönlichen Ziele aus den Augen zu verlieren. Kürzere Einheiten können etwa für Menschen mit wenig Zeit eine gute Option sein und die Wahrscheinlichkeit erhöhen, langfristig dranzubleiben.

Im Folgenden finden Sie 6 Tipps, wie Sie Ihr Training an Ihren Alltag anpassen und aktiv bleiben können:

1. Bleiben Sie konsequent

Wenn es darum geht, die Gesundheit zu fördern und Gewohnheiten aufzubauen, spielt die Häufigkeit eine wichtige Rolle. Die gewünschte Art des Ergebnisses bestimmt zwar die Trainingsstrategie, doch eine kontinuierliche Routine ist meist nachhaltiger als lange Trainingseinheiten, die nur gelegentlich stattfinden.

Einheiten von 20 oder 30 Minuten lassen sich beispielsweise leichter in den Alltag integrieren. Werden sie regelmäßig durchgeführt, können sie Bewegungsmangel verringern und die körperliche Fitness sowie die Herz-Kreislauf-Gesundheit unterstützen.

2. Passen Sie die Intensität Ihrem Tempo an

Einer der wesentlichen Vorteile, Beständigkeit in den Vordergrund zu stellen, ist die bessere Umsetzbarkeit. Je besser körperliche Aktivität in den Alltag passt, desto eher wird sie nicht nur zu einer gelegentlichen Aufgabe, sondern zu einer festen Gewohnheit. Die Intensität bleibt wichtig, sollte sich jedoch an der individuellen Entwicklung orientieren. Wer über Monate hinweg regelmäßig aktiv bleiben kann, erzielt tendenziell beständigere Ergebnisse als durch Phasen großer Anstrengung, auf die lange Unterbrechungen folgen. Zudem kann eine sehr hohe Intensität in einzelnen Einheiten das Risiko für Beschwerden und Verletzungen erhöhen – besonders bei Menschen, die noch keine feste Bewegungsroutine aufgebaut haben.

3. Verabschieden Sie sich vom „Alles-oder-nichts“-Denken

Die „Ganz-oder-gar-nicht“-Logik kann es erschweren, körperliche Aktivität beizubehalten. Wer denkt, dass Training sich nur lohnt, wenn eine Stunde Zeit zur Verfügung steht oder ein intensives Workout möglich ist, lässt Bewegung an besonders hektischen Tagen womöglich ganz aus.

Ein Beispiel dafür ist der sogenannte „Wochenendsportler“, der mehrere Tage lang keinen Sport macht und versucht, die Inaktivität in einer einzigen intensiven Einheit auszugleichen. Die fehlende Regelmäßigkeit kann es dem Körper in diesem Fall schwerer machen, sich an die Belastung zu gewöhnen. Daher ist eine flexible Routine mit schrittweiser Steigerung und Raum für Anpassungen meist nachhaltiger als ein starrer Trainingsplan.

4. Sammeln Sie Bewegung über die Woche hinweg

Internationale Empfehlungen nennen allgemein etwa 150 Minuten moderate körperliche Aktivität pro Woche oder 75 Minuten intensive Aktivität, verteilt über die Woche. Entscheidend ist nicht nur, wie lange jemand an einem einzelnen Tag trainiert, sondern wie gut es gelingt, über Wochen und Monate hinweg aktiv zu bleiben. Auch kurze Einheiten können Teil dieses Prozesses sein, wenn sie regelmäßig stattfinden.

5. Nutzen Sie verfügbare Zeitfenster für Bewegung

Ein voller Alltag muss kein Hindernis für Sport und Bewegung sein. Statt auf ein großes Zeitfenster zu warten, lässt sich die Aktivität an die an diesem Tag verfügbare Zeit anpassen. Manchmal sind es 20 Minuten, an anderen Tagen 40. Darüber hinaus kann mehr Bewegung in alltägliche Abläufe eingebaut werden – etwa durch längere Wege zu Fuß, Treppensteigen oder kurze Trainingseinheiten zu Hause. Kleine Entscheidungen, die häufig wiederholt werden, können zum Aufbau einer Gewohnheit stärker beitragen als große Anstrengungen, die nur selten erfolgen.

6. Beginnen Sie mit einem erreichbaren Ziel

Wer wieder mit dem Training beginnt, kann durch ein realistisches Ziel leichter eine Routine entwickeln. Dreimal oder viermal pro Woche 20 Minuten zu trainieren, ist möglicherweise nachhaltiger, als täglich einstündige Einheiten zu planen und das Vorhaben dann nicht umsetzen zu können.

Es lohnt sich außerdem, die Einstiegshürden zu senken. Je einfacher es ist, mit der Aktivität zu beginnen, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie auch stattfindet. „Disziplin bedeutet nicht Starrheit. Eine nachhaltige Routine aufzubauen heißt auch zu verstehen, dass es produktivere und schwierigere Tage geben wird. Wichtig ist, die Kontinuität zu bewahren. Die Ergebnisse sind eine Folge dieser Beständigkeit“, schließt Rafael Uliani.

Von Gabriela Andrade

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