Krafttraining nach 50 trägt dazu bei, Muskulatur, Gleichgewicht, Beweglichkeit und Selbstständigkeit im Alltag zu erhalten. Spazierengehen und Schwimmen bleiben wertvolle Aktivitäten für Herz und Ausdauer, liefern allein jedoch meist nicht genügend Widerstand, um dem fortschreitenden Verlust von Muskelmasse und Muskelkraft entgegenzuwirken.
Warum ersetzen Spazierengehen und Schwimmen kein Krafttraining?
Beim Gehen werden vor allem die Ausdauerleistung und die Beinmuskeln in der gewohnten Belastungsintensität beansprucht. Schwimmen aktiviert zwar verschiedene Muskelgruppen, doch der Wasserwiderstand lässt sich nicht immer ausreichend steigern, um deutliche Kraftzuwächse auszulösen.
Krafttraining macht es möglich, Gewicht, Wiederholungszahl und Schwierigkeitsgrad an die Anpassung des Körpers anzupassen. Diese schrittweise Steigerung setzt gezielte Reize, um:
- die Kraft in Beinen, Armen und Rücken zu bewahren;
- Tätigkeiten wie das Aufstehen vom Stuhl oder Treppensteigen zu erleichtern;
- die Stabilität der Gelenke zu verbessern;
- den Verlust der funktionellen Leistungsfähigkeit zu verringern;
- die muskuläre Ausdauer nach und nach zu erhöhen.
Was geschieht nach dem 50. Lebensjahr mit der Muskulatur?
Der altersbedingte Abbau von Muskelmasse und Kraft wird als Sarkopenie bezeichnet. Er kann bereits vor dem 50. Lebensjahr beginnen, wird mit zunehmendem Alter jedoch häufig deutlicher – insbesondere bei Bewegungsmangel, ungeeigneter Ernährung, chronischen Erkrankungen oder längeren Phasen ohne Sport.
Welche Vorteile bietet Krafttraining in dieser Lebensphase?
Neben der Aktivierung der Muskelfasern unterstützen Übungen mit Widerstand den Erhalt der Knochendichte und der Fähigkeit, auf Gleichgewichtsverluste zu reagieren. Gerade nach den Wechseljahren ist das bedeutsam, da hormonelle Veränderungen den Knochenabbau beschleunigen können.
Ein ausgewogenes Programm bezieht üblicherweise die wichtigsten Muskelgruppen ein:
- angepasste Kniebeugen für Beine und Hüften;
- Ruderübungen für Rücken und Arme;
- Druckübungen für Brust und Schultern;
- Wadenheben für mehr Stabilität beim Gehen;
- Bewegungen für die Bauchmuskulatur und die Stützung der Wirbelsäule.
Wie gelingt der Einstieg ohne sehr hohe Gewichte?
Zum Start eignen sich Trainingsbänder, Geräte, leichte Hanteln oder das eigene Körpergewicht. Die Belastungssteigerung sollte langsam erfolgen: mit kontrollierten Bewegungen und einem Widerstand, der die Muskeln fordert, ohne Gelenkschmerzen auszulösen. Menschen mit Herzerkrankungen, Verletzungen oder erheblichen Einschränkungen sollten vor Beginn eine fachliche Beurteilung einholen.
Krafttraining, Spazierengehen und Schwimmen lassen sich verbinden
Die Aussage, dass Gehen oder Schwimmen allein nicht ausreicht, bedeutet nicht, dass diese Aktivitäten aufgegeben werden sollten. Sie fördern die Herz-Kreislauf-Fitness, die Durchblutung, den Umgang mit Stress und die Energie im Alltag. Widerstandstraining liefert dagegen den unmittelbareren Reiz, um Muskelkraft und Muskelmasse zu erhalten.
Ein umfassender Trainingsalltag kann zwei oder mehr Krafttrainingseinheiten pro Woche mit Spaziergängen, Schwimmen oder einer anderen Ausdaueraktivität verbinden. Nach 50 geht es nicht darum, wie ein Bodybuilder zu trainieren, sondern um Muskeln, die den Körper tragen, die Gelenke schützen und die Unabhängigkeit über die Jahre bewahren können.
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